Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) des Grossen Rates hat am 10. April 2024 ihren Bericht zur Umgestaltung des Allschwilerplatzes verabschiedet. Sie beantragt dem Grossen Rat einstimmig, die Ausgabenbewilligung von rund 3,76 Millionen Franken zu genehmigen – allerdings in einer gegenüber dem Regierungsratsprojekt deutlich überarbeiteten Fassung.
Was die Kommission bemängelt hatte
Am ursprünglichen Ratschlag hatte die UVEK mehreres kritisiert: Begrünung und Entsiegelung erhielten zu wenig Gewicht, die vielen Wege liessen keine echte Platzsituation entstehen, der Bezug zum neuen Quartierzentrum im Oekolampad-Haus fehlte, und belebende Zwischennutzungen wie Stadtgarten und Gemüsekiosk drohten ersatzlos zu verschwinden. Eine Rückweisung an den Regierungsrat stand lange im Raum. Im Austausch mit der Verwaltung konnte die Kommission schliesslich mehrere Anpassungen erwirken.
Das Wichtigste am überarbeiteten Projekt
- Im nördlichen Teil entsteht eine grössere zusammenhängende, bespielbare Fläche mit Mergelbelag – geeignet für Quartiernutzungen und mit Öffnung zum Oekolampad-Haus.
- Im südlichen Teil weichen Taxistandplätze und E-Ladeparkplätze zugunsten von mehr Grün; die IWB-Bezirksstation bleibt erhalten.
- Abgesenkte Trottoirränder erleichtern temporäre Nutzungen wie Strassenfeste.
- Flächen für mobile Verpflegungsangebote (Food Truck, Kaffeemobil) sind eingeplant.
- Die Tramhaltestelle wird barrierefrei nach BehiG.
- All das ist ohne Erhöhung der Ausgabenbewilligung möglich.
Zweite Mitwirkung kommt
Für das Quartier besonders relevant: Die UVEK hat zwei Mitwirkungsflächen ausgeschieden, deren Gestaltung noch offen ist. Über sie soll die Quartierbevölkerung in einem zweiten Mitwirkungsverfahren entscheiden, das zeitnah zur Bauausführung stattfindet. Dafür stehen 30’000 Franken für das Verfahren und ein Kostendach von 150’000 Franken für die Umsetzung bereit. Die Leitplanken: Beide Flächen bleiben unversiegelt, und die Mitwirkung beschränkt sich auf diese beiden Flächen. Bis zur Umsetzung dürfte es noch rund fünf Jahre dauern.
Bereits im Vorfeld des Ratschlags hatten sich rund 70 Personen aus dem Quartier an einem digitalen Mitwirkungsanlass beteiligt. Wichtigste Themen damals: Stadtklima, Fuss- und Velofreundlichkeit, Verkehrsberuhigung sowie mehr Sitzgelegenheiten, Bäume und Grünflächen.

